Bewässerungsrohre verlegen: wie tief, welches Rohr, Graben im bestehenden Rasen und Drucktest
Wie tief Bewässerungsrohre in Deutschland liegen (und warum nicht frostfrei), PE-LD oder PE-HD, Graben im bestehenden Rasen, Unterquerung von Wegen, Kabel im Leerrohr und der Drucktest bei offenem Graben.
Wie tief: und warum nicht frostfrei
Wasserleitungen, die im Winter unter Druck bleiben, liegen in Deutschland frostfrei, je nach Region 80 bis 120 cm tief. Bewässerungsrohre nicht: Sie werden im Herbst entleert, und eine Leitung ohne Wasser kann nicht einfrieren. Das erspart Gräben von einem Meter Tiefe, setzt aber voraus, dass die Leitung sich entleeren lässt. Wie das geht: /deBewässerungsanlage winterfest machen: entleeren, ausblasen, Pumpe und Gartenwasserzähler schützen.
Kreisleitungen liegen 20 bis 30 cm tief, tief genug, dass Vertikutierer, Spaten beim Pflanzen und Bodenhülsen für Sonnenschirme sie nicht erreichen. Die Hauptleitung zum Ventilkasten liegt meist etwas tiefer, bis etwa 35 cm. Unter Einfahrten und befahrenen Flächen 50 bis 60 cm mit Schutzrohr. Tiefer als nötig zu graben bringt nichts außer Arbeit und tieferen Regneranschlüssen.
Gefälle und Tiefpunkte: das wichtigste Detail
Damit sich eine Leitung entleeren lässt, braucht sie ein gleichmäßiges Gefälle, mindestens 0,5 bis 1 Prozent, zu einem Tiefpunkt, und dort ein Entleerungsventil oder einen kleinen Kiesschacht, in den das Wasser abläuft. Senken und Buckel im Rohrverlauf sind die Stellen, an denen im Winter Wasser stehen bleibt. Wer die Anlage später ausbläst statt entleert, braucht weniger Gefälle, aber einen festen Anschluss für den Kompressor im Ventilkasten.
Der Grabenquerschnitt: Breite, Tiefe und Sandbett
Ein Graben braucht genug Arbeitsbreite für die Verbindungen, 15 bis 20 cm, und einen Boden ohne Steine und dicke Wurzeln. Auf steinigem Boden oder Bauschutt, wie er bei Neubauten oft unter dem Oberboden liegt, kommt das Rohr auf ein Sandbett von 5 bis 8 cm und wird mit weiteren 5 cm Sand abgedeckt, bevor mit Aushub verfüllt wird. Der Sand verteilt die Last und verhindert, dass ein spitzer Stein sich über Jahre in das Rohr drückt.
Verfüllt wird lagenweise, jede Lage leicht angetreten und eingeschlämmt; sonst sackt der Graben nach dem ersten Regen ein und zeichnet sich jahrelang als Rinne im Rasen ab.
Graben im bestehenden Rasen
Im fertigen Rasen sticht man die Grasnarbe entlang der Trasse in Stücken von etwa 30 cm ab, hebt sie flach heraus und lagert sie feucht und schattig neben dem Graben; spätestens nach ein bis zwei Tagen kommen die Soden zurück. Den Aushub auf eine Plane legen, nicht auf den Rasen. So bleibt nach dem Verfüllen kaum eine Spur.
Für lange Strecken lohnt sich eine Grabenfräse, die viele Baumärkte und Mietstationen verleihen: Sie schneidet einen schmalen, gleichmäßig tiefen Graben in einem Bruchteil der Zeit. Vor jedem Graben gehören die Leitungen im Boden in den Plan, auch der Begrenzungsdraht eines Mähroboters: /deBewässerungsplan zeichnen: was auf den Plan gehört, bevor gegraben wird, und in welcher Reihenfolge gebaut wird.
Welches Rohr: PE-LD für die Kreise, PE-HD für die Hauptleitung
Das übliche Bewässerungsrohr ist schwarzes PE-LD-Rohr in der Druckstufe PN6, in 16, 20, 25 und 32 mm Außendurchmesser. Es ist flexibel, lässt sich in Bögen verlegen und ist für die Kreise hinter den Magnetventilen richtig, die nur während der Laufzeit unter Druck stehen. SprinklerMap rechnet die Druckverluste mit den Innendurchmessern dieses Rohrs.
Die Hauptleitung bis zu den Magnetventilen steht dagegen Tag und Nacht unter dem vollen Druck des Hausnetzes, bei manchen Anschlüssen über 5 bar. Dort ist PE-HD mit höherer Druckstufe die sicherere Wahl. Kein starres PVC-Rohr im Garten: Es verträgt Bodenbewegungen und Frost schlecht. Welche Durchmesser für welchen Durchfluss: /deRohre und Armaturen für Bewässerungsanlagen: Kaufratgeber.
Verbindungen, die dicht bleiben
Eine undichte Verbindung unter dem Rasen ist der schlimmste Fall: graben, suchen, oft mitten im angewachsenen Rasen. Klemmverbinder aus Kunststoff sind der Standard: keine Klebung, kein Schweißen, die Überwurfmutter wird von Hand fest angezogen, nicht mit der Rohrzange, weil zu viel Kraft den Kunststoff reißen lässt. Das Rohr muss gerade abgeschnitten und bis zum Anschlag eingeschoben sein. Gewinde werden mit PTFE-Band oder Dichtfaden abgedichtet, das Band in Gewinderichtung gewickelt.
Regner werden nicht starr an das Rohr geschraubt, sondern über ein flexibles Zwischenstück oder ein Gelenkstück, bei Sprühregnern meist mit 1/2-Zoll-Anschluss, bei Getrieberegnern mit 3/4 Zoll. So lässt sich der Regner exakt auf Rasenhöhe setzen, und ein Stoß von Mäher oder Mähroboter bricht nicht die Leitung.
Unter Wegen hindurch: durchschießen statt aufbrechen
Unter einem gepflasterten Weg muss man nicht aufbrechen. Auf beiden Seiten eine Grube ausheben, ein angespitztes Stahlrohr mit dem Vorschlaghammer unter dem Weg hindurchtreiben, dann ein Schutzrohr nachziehen und darin das PE-Rohr verlegen. Das Schutzrohr ruhig etwas größer wählen und beidseitig überstehen lassen: Durch dasselbe Rohr kann später ein zweites Rohr oder ein Kabel gezogen werden.
Kabel für die Magnetventile
Die Steuerkabel der Magnetventile dürfen in denselben Graben, aber nicht lose: in ein eigenes Wellrohr von 20 mm oder als Kabel, das für die Erdverlegung zugelassen ist, etwa NYY-J. Ein Leerrohr ist die bessere Lösung, weil man später einen Draht für ein zusätzliches Ventil nachziehen kann, ohne neu zu graben. Verbindungen im Ventilkasten mit wasserdichten Gelverbindern herstellen, jeden Draht an beiden Enden beschriften.
Vor dem Verfüllen: Drucktest und Bestandsplan
Der Drucktest gehört an den offenen Graben, ohne Ausnahme. Alle Leitungen mit Endkappen verschließen, die Absperrung langsam öffnen und die Hauptleitung mindestens 15 Minuten unter Druck lassen, dabei die ganze Strecke ablaufen: Nasse Erde oder Blasen zeigen ein Leck, solange es noch offen liegt. Danach jeden Kreis am Steuergerät starten und prüfen, ob das Ventil öffnet und alle Regner ausfahren. Ein Ventil, das nicht öffnet, hat fast immer ein Verdrahtungsproblem, keinen Ventildefekt.
Und bevor die Erde zurückkommt: den Verlauf mit Maßen von zwei Hausecken in den Plan übertragen und alle paar Meter ein Foto machen. Eine Viertelstunde Arbeit spart Jahre später stundenlanges Suchgraben, wenn ein Rohr repariert oder ein Baum gepflanzt werden soll.
Häufige Fragen
Wie tief verlegt man Bewässerungsrohre?
Kreisleitungen 20 bis 30 cm, die Hauptleitung bis etwa 35 cm. Frostfrei, also 80 cm und tiefer, verlegt man Bewässerungsrohre in der Regel nicht: Sie werden im Herbst entleert. Dafür brauchen sie Gefälle zu den Tiefpunkten und dort Entleerungsventile oder einen Anschluss zum Ausblasen.
Welches Rohr für die Gartenbewässerung, PE-LD oder PE-HD?
Für Kreisleitungen hinter den Magnetventilen ist das übliche Bewässerungsrohr aus PE-LD (PN6) richtig: flexibel und günstig. Die Hauptleitung bis zu den Ventilen steht dauernd unter dem Druck des Hausnetzes; dort ist PE-HD mit höherer Druckstufe die sicherere Wahl, und vor den Ventilen gehört in jedem Fall eine Absperrung.
Darf das Kabel für die Magnetventile in denselben Graben?
Ja, aber nicht lose neben das Rohr: in einem eigenen Leerrohr (Wellrohr 20 mm) oder als für die Erdverlegung zugelassenes Kabel, zum Beispiel NYY-J. Ein Leerrohr hat den Vorteil, dass später ein Draht nachgezogen werden kann.
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Technischer Hinweis: Die Tiefen und Maße sind übliche Werte für Hausgärten. Bewässerungsrohre aus PE-LD sind in DIN 8072, Rohre aus PE-HD in DIN 8074 beschrieben; für Leitungen, die Trinkwasser führen oder mit der Hausinstallation verbunden sind, gelten die Regeln der Trinkwasserinstallation. Vor dem Graben Leitungsauskunft einholen.